Das Polster im Sitzbereich ist nicht immer so wie man es sich für den Camper vorgestellt hat, oder man stellt nach einigen Wochen und Monaten fest, dass es doch besser eine L-Sitzgruppe sein sollte statt der vorhandenen Face-to-Face Sitzgruppe. Jetzt den Camper tauschen? Im Leben nicht!

Oder sind die Sitzpolster ein wenig in die Jahre gekommen? Steht eine Renovierung oder Modernisierung an? Warum nicht mal etwas Farbe ins Spiel bringen?

So oder ähnlich ist meistens der Weg, den auch wir von Camper1x1.de gegangen sind! Es war halt der Wunsch nach mehr Platz am Tisch, und somit eine L-Sitzgruppe. Doch wie? Und was kostet so etwas? Fragen welche wir recht schnell beantworten konnten.

Was soll es denn sein?

Die Frage nach dem wie soll es denn später aussehen, war schon eine gute Frage! Hier muss man schon etwas genauer in den Camper hineinsehen, und am besten auch mal messen! Was jetzt falsch geplant wird, kostet nicht nur Nerven, sondern auch jede Menge Geld! Und ist meistens Grund für jede Menge FRUST!

Nun, wir haben uns schnell für eine bessere Sitzgruppe (L-Sitzgruppe) entschieden, da wir von Camper1x1 in unserem rollenden Büro auch viel am Tisch mit Laptop und zusätzlichem Monitor arbeiten müssen. Hier immer vom gedrehten Fahrersitz aus am festen Wandtisch zu sitzen, war nicht so der beste Ansatz. Daher sollte die Sitzgruppe eine neue Form bekommen. Wie diese aussehen sollte, war aus vielen Besichtigungen bei Camper Händlern schnell herausgefunden. Der Tisch wird also nicht mehr an die Wand fest installiert, sondern bekommt einen mittigen Standfuß, ist drehbar und verschiebbar! Damit kann man eine L-Sitzgruppe einplanen und bekommt so mehr Sitzfläche, also mehr die Möglichkeit auch mal mit mehreren am Laptop zu arbeiten, oder oder oder.

Womit fangen wir denn da mal an?

Okay, die Grundform war nun gefunden und die Umsetzung sollte auch recht einfach sein! Doch wer kann das Polster umbauen und wer macht uns die Grundkonstruktion in Holz etc.?

Zu erst bin ich alleine auf der Rückreise von einem Termin nach 67677 Enkenbach-Alsenborn gefahren, wo ich „die Polstermacher“ G+S aufgesucht habe. Aus vielen Fachmagazinen und auch auf Empfehlungen hin sollten wir doch hier was gemacht bekommen. Also, mit vielen Vorschlägen und Ideen auf ins Gespräch. Da ich als Mann alleine zum ersten Termin nach Enkenbach-Alsenborn gefahren bin, konnte ich nur grob eine erste Richtung als Antwort bekommen, denn die klare Aussage der sehr netten und sehr selbstbewussten Mitarbeiterin, war klar: „Ohne Frau geht hier die Reise erst mal nicht weiter! Kommen Sie zur Farb- und Stoffauswahl mit der Frau wieder, dann machen wir alles fertig!“. Okay, dass war eine klare Aussage. Wie die neuen Polster später aufliegen sollen, und was die Grundkonstruktion angeht, sind wir klar. Aber was Farb- und Stoffauswahl angeht, na dann eben nur mit Frau bei einem weiteren Termin.

Die Grundkonstruktion

Wie mit der netten Fachberaterin bei den Polstermacher abgestimmt, konnte ich bei unserer Camperwerkstatt die genauen Umbauten abstimmen. Das original Holz konnte beim Hersteller bestellt werden, und der Tischfuß war auch recht schnell ausgesucht! So sieht dies schon einmal aus, wie vom Hersteller!

Wie gesagt, es sollte aus einer kleinen Sitzgruppe, also wo man sich mit den gedrehten Sitzen vorne und der kleinen Sitzbank gegenüber sitzt, eine L-Sitzgruppe mit flexiblem Tisch umgebaut werden. Hierzu musste die Sitzbank, worin sich der Frischwassertank befindet, um die Ecke , also unter dem Fenster, weitergeführt werden. Der „alte“ feste Tisch musste samt der Aufhängung abgemacht werden, und ein Lüftungskanal und ein Luftausströmer mussten neu platziert werden. Der Tischfuß wurde neu auf dem Boden befestigt, und die „alte“ Tischplatte zurecht gesägt und erst einmal weiter genutzt. Sonst war dies keine große Sache!

Alle Umbauarbeiten waren innerhalb von zwei Tagen geschafft. So dass der nächste Besuch bei den Polstermacher auch recht schnell danach terminiert werden konnte.

Dieses Mal mit Frau!

Ja, und dieses Mal sind wir dann vollzählig bei den Polstermachern für die neuen Polster aufgetaucht! Um ehrlich zu sein, was hier passierte, war für mich als Mann zunächst ein Desaster, denn wenn zwei Frauen sich einig sind, und deine männlichen Vorstellungen völlig über den Haufen werfen, ist dies schon eine echte Herausforderung!

Zunächst war ich als Mann ja noch im Rennen. Es sollte ein fester Schaustoff als Untergrund der Polster zum Einsatz kommen. Die Werkspolster waren an dieser Stelle einfach zu weich! Auch was die Ausmaße angeht, war ich noch dabei! Alles etwas größer und etwas mehr Sitzfläche nach rechts und links und nach vorne auch! Das neue Sitzelement sollte durchgehend um die Ecke gehen, damit es etwas besser sitzt! Auch sollte der zusätzlich seitliche kleine „Notsitz“ dann zu einem besseren Sitzplatz ausgearbeitet werden. Also höher und festeren Schaumstoff. So kann man vom gedrehten Beifahrersitz auch mal entspannt die Beine hochlegen. Und durch den neuen flexiblen Tisch, kann auch dieser dann herangezogen werden und so sind Laptop etc. auch vom gedrehten Beifahrersitz bequem nutzbar!

Dann war ich als Mann erst einmal abgeschaltet! Die Stoffauswahl wurde dann schon einmal klar unter den beiden Frauen geregelt. Ich als Mann hatte dann nur noch ein paar Details zu pflegeleicht und abwischbar und robust zur Kenntnis genommen. Die Farbe war dann schon noch etwas mehr als eine Herausforderung. Etliche Farbmuster und Farbkombinationen kamen in den Camper, also direkt ins „lebende“ Objekt, mit Lichteinfall etc. Cool! Also, eine solche Fachberatung hatte ich nicht erwartet. Und hier war klar, warum meine Frau unbedingt mitkommen sollte.

Mut zur Farbe!

Vorher waren die Polster einfach schwarz/dunkelgrau mit weiß/beigem Zwischenstück. Eben wie der Hersteller dies so tausende Male in die Camper eingebaut hat. Nun sollte es einen Wouw-Effekt geben, wenn man in den Camper kommt. Und dies geht nach der Aussage der netten Fachberaterin nur mit etwas Farbe. Besonders bei den Holzfarben und Schrankfarben etc.!

Beim Stoff wurde sich seitens der Damen für einen dunkelblauen Challenger Stoff, welcher sehr robust und pflegeleicht sein soll, entschieden. Als Inlay sollte es ein türkiser Stoff mit Flechtmuster sein!

Oh man! Als Mann ohne Farbvorstellunsgvermögen recht schwierig! Doch um es vorweg zu nehmen, jeder Zeit wieder!!!! Es sind die richtigen Farben und die richtigen Stoffe!!! Inkl. Wouw-Effekt! So wie ich mir dies nie hätte vorstellen können!

Dann noch zwei Mal zu den Polstermacher!

Na gut Ding will Weile haben, oder so! Auf jeden Fall kam dann erst einmal das Angebot für alles. Also mit neuen passenden Überzügen für Fahrer- und Beifahrersitz, L-Sitzgruppe komplett und seitlicher Sitz neu! Gut billig ist dies bei einer grundsätzlichen Neukonstruktion nie, aber wir wollten es ja nun richtig haben.

Ausmessen und erste Sitzprobe

Beim nächsten Termin in Enkenbach-Alsenborn sind wir schon am vorherigen Abend angereist, und konnte so auf dem Firmengelände über Nacht stehen bleiben. Keine Versorgung, keine Entsorgung und keine Duschen etc. = autark!

Bei der Terminabsprache wurden wir nach unseren Wunsch für die Brötchen gefragt, und so konnten wir erst einmal mit frischen Brötchen Frühstücken bevor es dann ans Messen und Besprechen ging!

Als die „alten“ Polster rausgenommen waren, wurde genau festgelegt, wie lang, wie breit, wie dick und wie hoch die Sitzflächen sein sollen, bzw. wie der Gurt verlaufen soll und und und und und. Alles mit einem Spezialisten der Polstermacher mit Erfahrung, dies konnte man schnell merken!

So wurde gemessen, zugeschnitten und zur Probe gesessen! Bis es passte und auch so den Vorstellungen entsprach!

Und wie man mich so kennt, habe ich ich dann da noch so eine kleine Idee entwickelt.

Einen Sitzklotz zwischen die Sitze

Um Fahrer- und Beifahrersitz noch gemütlicher nutzen zu können, hatte ich die Idee mit einem Sitzklotz aus festem Schaumstoff! Diesen zwischen die beiden Sitze stellen und so die Lücke zwischen den beiden Sitzen füllen. Dann eine Decke drüber und schon hat man eine „Couch!“.

Ja, diese Idee wurde umgesetzt und auch noch verfeinert, denn der Spezialist von den Polstermachern, sah da die ein oder andere Verbesserung meiner Idee. Erfahrung halt!

So zum Beispiel sollte es nicht nur ein Sitzklotz sein, sondern links und rechts noch ein dickeres Kissen in den gleichen Stoffen wie der Rest. Diese beiden Kissen machen dann die Couch noch bequemer und überbrücken die beiden großen Lücken links und rechts der beiden Sitze zu den Türen hin. Und dann noch einen passend zugeschnittenen Topper (dickerer Schaumstoff, bekannt im Bettbereich) von links nach rechts durchlaufen lassen, damit dies eine durchgängige Sitzfläche wird und nicht zwei Sitzflächen der Sitze und noch eine vom Sitzklotz! Der Aufpreis für diese Couch lag im Rahmen und wenn man einmal hier grundlegend etwas ändert dann darf es an solch einer Möglichkeit eines Mehrwertes nicht scheitern!

Nachdem alles zugeschnitten war und wir alles abgesegnet hatten, konnten wir uns in zwei Tagen dann die fertigen Polster abholen. Diese beiden Tage haben wir dann in der Nähe an der Weinstraße verbracht und waren mehr als nervös. Besonders ich als Mann mit dem bekannten Farbunverständnis musste nun da durch. Meine Gedanken waren klar: Dies wird eine Katastrohe!

Die Abholung!

Mit jede Menge Wein in der Garage unseres Campers ging es dann nochmals zu den Polstermachern um nun unsere Polster abzuholen! Spannung!

Doch als die ersten Polster in den Camper kamen, wurde ich sehr sehr positiv überrascht. Dies passte und sah auf den ersten Blick super aus! Da hatten die beiden Frauen echt gute Arbeit geleistet!

Die Sitzhöhe der Polster kam super, die L-Sitzgruppe passte und lag satt auf der Grundkonstruktion. Der zusätzliche Sitz bekam eine nun passende Höhe und wird somit besser in die Sitzlandschaft einbezogen. Die Verarbeitung ist klasse und echte Handarbeit Made in Germany!

Dann kam der Sitzklotz mit seitlichen Kissen und Topper! Was soll ich sagen, besser geht es nicht mehr! Die richtige Entscheidung und ein riesen Gewinn für den Camper! Seit dem haben wir nun auch einen Lieblingsplatz im Camper, unsere „Couch!“.

Bei den beiden Sitzen vorne, hatten wir dann noch eine kleine Überraschung, denn die Sitze haben Ihren eigentlichen Sitzbezug nicht verloren, sondern waren vom Camper Hersteller auch nur mit einem Überzug auf die Polster angeglichen worden. Also wenn mal etwas sein sollte, die Sitze haben einen klasse original Sitzbezug vom Fahrzeughersteller aus. Siehe hier auch unbedingt die Bilder!

Als kleines Geschenk der Polstermacher gab es dann noch ein kleines Zusatzkissen für die L-Sitzgruppe! Vielen Dank hierfür!

Fazit

Natürlich ist solch ein Umbau nicht billig, doch die Qualität und die Möglichkeiten den Camper auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen ist unbezahlbar! Ein neuer anderer Camper mit dieser Einrichtung hätte bestimmt mehr gekostet!

Was aber auch zu berücksichtigen ist, der Nutzen ist gestiegen und somit auch der Wert des Campers.

Besonders bei einem älteren Camper, wo die Polster schon in die Jahre gekommen sind, kann man durch solch eine Aktion den Nutzen und den Wert eines gebrauchten Campers enorm steigern.

Wir von Camper1x1.de haben nun alles so, wie wir es richtig nutzen können, und dies in einer sehr hochwertigen Qualität und einer sehr guten Verarbeitung. So konnte bisher auch schon die Pflegeleichte Reinigung des Challenger Stoffes bestätigt werden, und auch der Komfort ist deutlich gestiegen. Aber auch der Wouw-Effekt ist schon mehrfach bestätigt worden! Bei unseren vielen Camper1x1.de WORKSHOP TOUREN wird die neue L-Sitzgruppe mit der neuen „Couch“ eine wichtige Rolle spielen!

Danke!

Danke an unseren Umbauer der Grundkonstruktion der Firma Rauert in Westerstede und vielen lieben Dank an die Polstermacher!!! Wir würden dies jeder Zeit wieder machen!

Text und Bilder: Achim Daniels Camper1x1.de

Adresse: die Polstermacher G+S – www.diepolstermacher.com – info@diepolstermacher.com – +49 6701 20526-0

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